Trägerwerk Soziale Dienste in Rheinland-Pfalz und im Saarland GmbH

Jugendwohngruppe (JWG) Phönix

Jugendwohngruppe (JWG) Phönix

Was sind wir? Was tun wir?

Gemeinsam mit der Familie Müller Martin verstehen wir uns als Schnittpunkt zwischen Pflegefamilie und klassischer Jugendwohngruppe zur Verselbstständigung. Das Familienersatzmodell ist für uns nicht nur eine pädagogische Form, sondern wir leben dies aufgrund de außergewöhnliche Lage die der Hof bietet. So Sind wir einerseits eine Wohngruppe mit Verselbstständigung und dadurch keine Nachtbereitschaften, andererseits haben wir in direkter Nähe die Familie Müller-Martin, welche für die Klienten direkt ansprechbar. Unsere pädagogische Arbeit fußt auf dem humanistischen Weltbild und wird durch die tiergestützte Pädagogik erweitert. Gemeinsames Arbeiten mit den Tieren vermittelt Verantwortung, baut Beziehung auf ohne viele Worte und die Jugendlichen erfahren eine ehrliche Wertschätzung ohne Vorurteile.

Was bieten wir an?

  • Wir vom Team der JWG begleiten unsere Klienten auf den Weg in die Verselbstständigung, Ziel der Wohngruppe ist es, von uns aus in die eigene Wohnung ziehen zu können.
  • Dazu gehören die Gestaltung der Tagesabläufe und kennen lernen von Strukturen.
  • Miteinander leben, heißt auch Regeln, Tagesabläufe und Strukturen einzuhalten. Wir legen auf dem Akazienhof viel Wert auf ein Zusammenspiel zwischen gelungenem Tagesablauf und Verwirklichung der eigenen Freizeitgestaltung.
  • Alle Bewohner gehen zur Schule und streben einen Schulabschluss an. Dazu gehört auch der Schulweg mit dem Bus in die Schule (Lebach, St. Wendel). Wir helfen bei der Suche nach Ausbildungsplätzen.
  • Einkaufen und selbstständiges Kochen gehört zur Verselbstständigung, ebenso wie das Reinigen der Wohnräume, der Küche und der gemeinschaftlich genutzten Räume.
  • Elternarbeit
  • Eine reiz arme therapeutische Umgebung.

Unterstützt und betreut werden die Jugendlichen durch das Team von Jugend- und Heimerziehern und Pädagogen.
Schließlich wird die Integration aktiv gefordert und gefördert durch die Teilnahme an gemeindlichen Aktivitäten. So hat die Gruppe an der Aktion Saarland Picobello teilgenommen.

Auf dem Hof selbst bieten wir in Zusammenarbeit mit der Gemeinde Tholey einen Tag in den Sommerferien an, bei dem uns die Jugendlichen unterstützen. Auch die regelmäßige Teilnahme des Trägerwerks an dem UNICEF Kinderfest und dem Fest für Jung und Alt auf dem Schaumberg unterstützen unsere Jugendlichen der Wohngruppe.

Wer kann zu uns?

  • Jugendliche ab 16 Jahren, männlich.

  • Jugendliche, die vor Verselbstständigung stehen, jedoch einen höhreren Betreuungsaufwand brauchen als eine mobile Betreung.

  • Jugendliche, die in einer Schule, Ausbildung oder in einer Maßnahme zur beruflichen Ausbidlung sind bzw. anstreben.

  • Voraussetzung ist eine den Ressourcen des Jugendlichen entsprechende Bereitschaft und Einsicht, an der Maßnahme mitzuwirken und sich auf unser Angebot einlassen.

Individualpädagogisches Arbeiten auf dem Akazienhof

Eines der Instrumente der Pädagogik auf dem Akazienhof ist die Individualpädagogik. Individualpädagogik bezeichnet ein Handlungsmodell für pädagogische Maßnahmen der Hilfen zur Erziehung. Im Vordergrund steht grundsätzlich das Individuum mit seinen Bedürfnissen und seinem aktuellem Entwicklungsstand. Die individuelle Hilfe und die Betreuungsintensität hat das Ziel, eine vertrauensvolle Bindung zwischen Klient und Pädagogen aufzubauen.

Hierzu ist unser Einrichtungsleiter und Erzieher Herr Ultes mit einem Jugendlichen in den Sommerferien eine Woche campen an der Elbe, in Drage gefahren.

Mit dem Flixbus ging es von Saarbrücken aus über Frankfurt nach Hamburg, dort weiter mit dem ÖPNV Richtung Drage, Stover Strand. Malerisch an der Elbe gelegen konnten die beiden ihre Campingzelte aufbauen und dies als Stützpunkt zu weiteren Ausflügen nach Hamburg benutzen.
Während der Zeit auf dem Campingplatz stand nicht der Freizeitspaß im Vordergrund, nein, auch pädagogische Arbeit wurde geleistet. Neben den täglichen Gesprächen mit der Gesprächsführung Personzentrierte Beratung nach Carl Rogers, wurde auch Biografiearbeit mit dem Klienten gemacht.
Täglicher Einkauf der notwendigen Lebensmittel, 12 Minuten zu Fuß entfernt, stand ebenso auf dem Programm.

Die Hin- und Rückreise im Flixbus lief ohne weitere Probleme zügig ab und beide waren der Meinung, dies in einer anderen Form zu wiederholen.

Der tägliche Einsatz der Individualpädagogik auf dem Akazienhof ist das gemeinsame Waldlaufen/Trailrunning mit unserem Erzieher und Einrichtungsleiter Herr Ultes. Der Jugendliche nimmt abends zwei bis dreimal die Woche daran teil und gemeinsam laufen die beiden mit dem Schäferhund-Husky-Mix MojMoj eine Strecke im angrenzenden Waldgebiet in Theley. Die sportliche Einheit unterstützt den Jugendlichen bei seiner Problembewältigung, steigert das Selbstbewusstsein und ermöglicht eine positive Körperwahrnehmung. Nicht nur eine motorische Verbesserung ist dabei, sondern auch eine somatische, sensorische und emotionale Verbesserung ist zu erkennen. Hierbei wird nicht nur der sportpädagogische Aspekt mit der Individuellen Pädagogik verknüpft, sondern auch ein weiteres Merkmal des Akazienhofs fließt hier in die Maßnahme ein, unsere tiergestützte Pädagogik.
Das Ziel der beiden fleißigen Läufer ist es am 14. August in Saarbrücken den Firmenlauf gemeinsam zu laufen.